In der letzten Januarwoche habe ich mit Juli eine Woche lang ein Hüteseminar bei Anton Marti in Wileroltigen besucht.
Einerseits hatte ich Sorge, dass sie vielleicht eine ganze Woche nicht durchstehen würde, andererseits dachte ich, dass es vielleicht auch mal gut wäre, wenn sie mal wirklich hüten könnte, bis sie nicht mehr kann.
Aber hätte ich mir ja schon denken können, dass es bei ihr keine Erscheinungen von „nicht mehr unbedingt wollen“ gibt diesbezüglich;-)
Am Montagmorgen sollte man zuerst die Wochenziele bestimmen. Da Juli länger nicht mehr gehütet hatte wegen Gebärmuttervereiterung und später wegen dem Schnee und beim Training davor getan hatte wie total bekloppt, waren meine Ziele: den Hund von den Schafen wegnehmen können ohne die Hilfe der Schweizer Armee in Anspruch nehmen zu müssen und den Hund ins Platz legen können.
Zuerst hat Juli um den Roundpen herum geübt, was gut ging. Ab dann konnten wir auf dem grossen Feld mit den freien Schafen üben – diese Situation hatten wir zum ersten Mal und ich hatte etwas Bammel. Juli machte dann das meiste richtig und ich das meiste falsch, aber immerhin konnte ich sie bereits beim ersten Mal am Schluss problemlos von den Schafen abrufen:-).
Für mich komischerweise benahm sich Juli ganz anders als im Training im Wallis und bei den (wenigen) Trainings hier in unserer Gegend. Dort hatte sie (bis auf das letzte Mal) superweite Flanken gemacht und sich problemlos überall stoppen lassen.
Am Kurs benahm sie sich nun komplett anders, was mich irgendwie irritierte. Aber dadurch habe ich insgesamt wesentlich mehr gelernt.
Sie kreiste mit Vorliebe im Gegenuhrzeigersinn im Kreis um die Schafe herum und liess sich dann nicht mehr „umdrehen“ und stoppen natürlich schon gar nicht. Wenn ich mich dann nervte und irgendetwas schrie, war sofort fertig und sie kreiste dann nur noch.
Das haben wir aber wirklich sehr schnell in den Griff bekommen dadurch, dass ich weniger am falschen Ort rumstand und dadurch dass ich leiser und klarer sprach.
So ging es eigentlich schon ab Dienstag recht gut. Auch das Platzmachen ging immer besser.
Insgesamt habe ich wirklich sehr viel gelernt und es war eine spannende und sehr unterhaltsame Woche.
Nun werde ich nach Möglichkeit wöchentlich mit Juli ins Training gehen.