Verfasst von: pawsunited | Juni 4, 2008

Erstes Military und erster Platz…

…allerdings von hinten :-) . In der Gruppe von 20 Leuten landeten wir auf dem sagenhaften 20. Platz, aber ich war trotzdem mehr als zufrieden, besser gesagt, war ich sogar total geplättet wie gut sie sich gezeigt hat.

Erster Posten: Agility macht Spass!

Die Hunde sollten 2 Hürden, einen gebogenen schwarzen Tunnel und einen Slalom absolvieren. Dieser Posten war direkt am Anschluss ans Anmeldepult, überall stehen Hunde und Leute herum. Deshalb nahm ich an, dass Juli schon ein erstes Mal wegrennen würde und mich alleine Spass beim Agility haben lassen würde. Stattdessen machte sie mit, absolvierte jedes der ihr unbekannten Hindernisse und holte die volle Punktzahl.

Zweiter Posten: Mental verbunden oder angeleint?

Mit Bändern war ein Rechteck abgesteckt und in ca. 1 Meter Distanz dazu lagen Wurststücke auf Futterständern. Man sollte nun mit dem Hund im engen Zwischenraum hindurchgehen, dabei wurde zwischen der Leine und dem Geschirr/Halsband des Hundes ein Gummiband befestigt. Wenn der Hund also nur ein bisschen zog, riss das Band sofort und man hatte keine Punkte mehr.
Ich gab bereits zu Beginn des Postens bekannt, dass dies für Juli viel zu schwierig wäre, aber siehe da, sie lief tatsächlich mit ohne die Würstchen zu fressen – bis auf das Letzte. Ich war ziemlich beeindruckt.

Dritter Posten: Tell?

Hier sollte der Hund warten und der Mensch mit Dartpfeilen Punkte sammeln. Fazit: die Hunde finden, dass wir jeweils besser abschneiden würden, wenn nicht sie in die Hundeschule müssten, sondern ich ins Schiesstraining.

Vierter Posten: Starke Nerven?

An diesem Posten soll der Hund unter einer Holzkonstruktion liegenbleiben, in der der Mensch oben Bälle reinwerfen soll, welche dann neben dem Hund vorbeirollen.
Ich hielt diese Aufgabe zum einen für viel zu schwierig für Juli und zum andern warteten drum herum auch viele Hunde. Sie rannte auch gleich auf einen Rottweiler zu, um diesen anzubellen.
Und dann macht sie doch tatsächlich die ganze Zeit Platz während ich alle Bälle neben die Behälter werfe und steht nicht einmal auf, um einen zu nehmen oder so. Kleiner Wahnsinnshund!

Fünfter Posten: Spital

Hier soll sich der Hund auf eine Trage legen und dann von einem Helfer und seinem Menschen tragen lassen. Da Juli sich schon so schräg drauf legt, dass ich annehme, dass sie sofort runterpurzelt, wenn man die Trage noch anhebt, verzichte ich aus Gesundheitsgründen lieber auf die Punkte und breche die Übung ab.

Sechster Posten: Hausfrau/Hausmann und Haushund

Der Hund soll direkt neben einem Tuch liegen auf dem Leckerchen sind. Darauf liegen auch Wäschestücke, welche noch zusätzlich mit Leckerchen gefüllt sind. Während der Hund Platz machen und warten soll, muss der Mensch die Kleider nehmen (und die Leckerchen purzeln neben dem Hund auf den Boden), weggehen und sie an einer Wäscheleine aufhängen (mit dem Rücken zum Hund). Ich halte es für ausgeschlossen, dass Juli neben dem Futter liegenbleibt (da sie erstens alles Futter, welches auf dem Boden liegt frisst und zweitens kein richtiges Platz-Bleib kann). Aber sie holt volle Punktzahl. Das zeigt mir mal wieder, dass ein Border Collie mit relativ wenig Training ziemlich gute Leistungen zeigen kann.

Siebter Posten: Wir sind ein Team

Der Hund soll warten und der Mensch vorgehen und einen von 4 ausgelegten Gegenständen – ein Metallapportel (welches am meisten Punkte bringen würde), ein Kirschsteinkissen, eine Petflasche und ein Gummispielzeug – anzeigen. Dann wird der Hund zum Apportieren geschickt.   

Dass Juli wartet, habe ich ja nun gelernt und ich nehme an, dass es für sie null problemo ist, die Petflasche zu holen (sie rast täglich mehrere Stunden mit Petflaschen durch die Gegend) und schicke sie somit zum Apportieren der Flasche. Aber hier zeigt sich, dass Juli kein Apportierwort kennt und sie dachte, dass ich Futter ausgelegt habe und sucht nun danach.

Schliesslich apportiert sie dann das Gummispielzeug – die grösste Überraschung.

Achter Posten: Driiie!

In ca. 10 Metern Entfernung ist am Boden mit einem schwarzen Schlauch ein Kreis markiert. Man soll den Hund schicken und dann dort anhalten. Mit Punkteabzug darf man erst vorlaufen, was ich tue. In der Kreismitte tue ich so, als hätte es eine Maus (schnüffeln etc.). Ich halte die Übung trotzdem für viel zu schwer besonders weil noch Kinder mit Velos vorbeifahren. Ich schicke Juli und sie läuft tatsächlich los und bis auf die Höhe des Kreises, sieht jedoch den Kreis nicht und da ich noch kein Signal habe für seitliches Verschieben, sage ich einfach da Platz, was sie sofort tut. Was keine Punkte gab, aber ich bin trotzdem platt.

Neunter Posten: Augen zu und durch!

Hier regt mich Juli das erste Mal so richtig auf.

An einem langen Tisch sind viele Petflaschen aufgehängt. Der Hund soll nun der Länge nach durchgehen, ohne seitlich auszuweichen, was sehr schwierig ist, da das Ganze nur ca. 80 cm breit ist.
Da Juli absolut keine Angst hat vor Petflaschen (Ha ha) und die Postenhelferin mir sagt, dass ich vor ihr herkriechen kann, setzten wir sogar den Joker (Verdoppelung der Punktzahl).
Und wie ich dann gerade so schön in den ganzen Petflaschen verheddert bin, taucht hinter uns ein Teilnehmer mit einem kleinen Terrier auf – genauso einen wie Juli schon im Welpenerziehungskurs immer hüten wollte. Juli will sich aus dem Geschirr zerren und ab zum Terrier. Ich kann sie grad noch fangen, komme aber so schnell nicht mehr aus den Petflaschen raus. Als wir endlich wieder – ein paar Schimpfwörter nennend – ans Tageslicht kommen, werden wir mit Null Punkten belohnt.

Zehnter Posten: Gucken ja, schlüpfen nein!

Hund und Mensch sollen sich parallel zueinander bewegen. Schwierigkeit dabei ist, dass ein Tuch dazwischen gespannt ist, in welchem es Löcher hat, durch die der Hund zwar durchsehen darf, aber nicht hindurchkommen soll. Mit Punkteabzug darf man ein Spielzeug ans Ende der Strecke legen.
Das schwierigste am Ganzen ist aber, das direkt dahinter wieder die Klubhütte und somit Start- und Zielpunkt des Militaries ist, mit sehr vielen Hunden, Menschen, Grillgut…

Ich lasse Juli nur frei, weil die nächste Strasse weit entfernt ist und ich annehme, dass ich sie beim Grill wieder fangen werden kann.

Juli wartet aber trotz aller Ablenkung und rennt dann sofort zum ausgelegten Spielzeug, nur verpasste ich leider meinen Einsatz, so dass wir hier keine Punkte kriegen.

 

Und die Moral von der Geschicht: Juli scheint doch Selbstbeherrschung gelernt zu haben (sonst hätte sie viele der Posten nicht geschafft), wir sind also auf dem richtigen Weg – das ist doch mal schön zu wissen – und das Wichtigste: ich sollte mir eine Dartscheibe kaufen und täglich üben!


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