Vom 16. bis zum 20. November haben Juli und ich eine Hüte-Seminar-Woche besucht.
Am Abend Zuhause war Juli einfach nur zufrieden und ausgeglichen, nicht „kaputt“, sondern man merkte ihr einfach an, dass sie das hatte, was sie will und braucht.
Ich hingegen war jeden Abend wie erschossen. Dadurch, dass alles so konzentriert ist, ist es einerseits enorm anstrengend, andererseits habe ich auch sehr viel gelernt und meine jetzt ziemlich genau zu wissen, was das Problem ist.
Am Montag arbeitete ich mit Juli im Roundpen, was sehr gut ging.
Am Dienstag arbeitete ich mit ihr im freien Feld, was ich unbedingt wollte, da ich denke, dass sie im Roundpen sehr zum Kreisen animiert wird. Sie ist dann entweder in einem riesigen Kreis um mich und die Schafe herumgerannt oder hat versucht, die Schafe wegzutreiben.
Am Mittwoch habe ich versucht, sie mal endlich dazu zu kriegen, dass sie sich hinlegt, wenn ich es sage, was einen kleinen Durchbruch brachte.
Es war (und ist) mir aber einfach nicht möglich, sie zu verlanlassen, mir die Schafe zu bringen oder sie hinter mir herzutreiben. Macht sie nicht – Punkt.
Wir begannen dann, dass Juli an der langen Leine ist – war ich an diesem Punkt nicht schon mal?? – was auch ein bisschen Besserung brachte, da sie plötzlich merkte, dass ich ihr helfen kann, die Schafe zu steuern.
Am Mittwochnachmittag und Donnerstag konnte ich dann direkt „arbeiten“ mit ihr, sie hat gehorcht und liess sich auch ein bisschen dirigieren. Allerdings war es dafür wiederum nicht möglich, sie flankieren zu lassen. Sie ging einfach weiter gerade auf die Schafe zu oder – wenn ich sie mal im Platz hatte – liess sie sich einfach nicht schicken.
Am Freitag hat sie sich dann wieder ziemlich benommen wie immer, was mich ziemlich gefrustet hat.
Das Problem (Ursache und Lösung mir unbekannt) ist wie folgt: Juli will entweder die Schafe wegtreiben oder sie geht stur auf die Köpfe der Schafe zu, um die Schafe umzudrehen - ohne sich irgendwie beeinflussen zu lassen. Wenn sie bei mir steht, kann ich sie ziemlich gut wegtreiben lassen, sie legt sich von selber hin, wenn die Schafe zu schnell werden etc.
Wenn sie allerdings die Schafe auf mich zutreiben soll und also somit alleine hinter den Schafen ist, dann kann ich sie einfach nicht davon abhalten, dass sie ständig versucht, zu den Köpfen zu rennen und die Schafe wieder wegtreiben will.
(Ich verstehe nicht, wie es einerseits möglich ist, dass sie die Schafe so leicht wegtreiben kann, sogar auf Signal die Schafe weglaufen lässt und andererseits absolut nicht aushalten kann, dass sie die Schafe nachtreiben soll und sie dann ständig wieder einholen will.)
Alternativ rennt sie in einem (meist riesigen) Kreis im Gegenuhrzeigersinn um die Schafe.
Es kommt mir so vor, dass sie mich bei den Schafen komplett ignoriert und einfach immer wegtreiben will. Andererseits ist für mich dann nicht logisch, dass sie von den Schafen weg und wieder zu mir herkommt, wenn sie zu weit von mir entfernt sind. Zudem hört sie ziemlich auf meine Kommandos beim Wegtreiben, es ist nicht so, dass sie da einfach mal alleine macht.
Ich weiss es nicht.
Juli ist in einem enormen Ausmass keen, sie hat selbst als alle anderen Hunde schon ziemlich müde waren, noch immer so sehr zu den Schafen gezogen, dass sie sich fast bäuchlings fortbewegte. Und mit der gleichen Intensität wie sie zu den Schafen hin will, verfolgt sie auch ihre Vorstellungen von Hütearbeit.










